Über mich

Hier findest du Informationen zu meinen bisherigen Qualifikationen.

Erst einmal freut es mich, dass ihr auf meiner Seite stöbert und euch für die Person hinter den Geschichten interessiert. Hier eine bunte Zusammenfassung meines Lebens: wo ich herkomme, wo ich schon überall war und was mir wichtig ist. Vieles ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen 😉

Zu manchen Themen bekomme ich bestimmt auch einen separaten Artikel zustande, die werden dann auch entsprechend verlinkt.

Start: Aalen und Italien

Fangen wir doch ganz vorne an: geboren bin ich am 23.03.1993 in Aalen, Baden-Württemberg als erstes Kind einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters. Die Regelungen zu den Staatsangehörigkeiten haben sich so oft geändert und ich habe das Glück, dass ich sowohl die deutsche als auch die italienische Staatsbürgerschaft parallel führen darf. Darauf bin ich auch sehr stolz denn ich trage beide Länder im Herzen und bin sehr dankbar dafür, in zwei Kulturkreisen groß geworden zu sein. Vordergründig merkt man mir wohl doch mehr die Italienerin an, ich bin klein (1,53m), laut, quirlig, rede viel und schnell und habe einen Dickkopf. Das deutsch-schwäbische Herz kommt aber doch hie und da durch. So liebe ich es beispielsweise (weit im Voraus) zu planen, bin extrem organisiert und auch Pünktlichkeit ist mir sehr wichtig. Ordnung auf der anderen Seite ist eher zweitrangig…da kommt doch wieder das Italiener-Gen durch.

Ich bin zweisprachig aufgewachsen, habe das Italienisch aber in meiner Jugend etwas verloren da ich ja immer in Deutschland gelebt habe. Während meines Studiums habe ich mich dem Italienisch wieder mehr gewidmet und bewusst mein Auslandsstudium im italienischen Sprachraum absolviert, dazu später mehr.

Ziemlich genau 8 Jahre nach meiner Geburt, nämlich am 26.03.2001 kam dann noch mein Bruder zur Welt. Ich bin also sozusagen eine kleine, große Schwester. Meine Familie ist – wie sich das für Italiener gehört – sehr groß. Ich habe (von der italienischen Seite) zwanzig Cousins und Cousinen 1.Grades, die meisten davon leben in Italien. Da mein Vater das Jüngste von sieben Geschwistern ist, gehöre ich zu den jüngeren aus dem Familienkreis. Viele Cousins und Cousinen haben bereits selbst Kinder, d.h. es vergeht kaum ein Jahr ohne Hochzeit oder Taufe. Kurzum: groß, laut, kinderreich – alle italienischen Klischees erfüllt.

Dem Heimatort meines Vaters (Schiavonea, Calabrien) widme ich bei Gelegenheit einen eigenen Artikel, aber hier schonmal ein paar Impressionen meiner Herz-Heimat:

Ich habe dann in Aalen brav mein Abitur gemacht mit einem soliden Abschluss im Jahr 2011. Ich hatte mich damals an vielen Unis beworben, auf Grund des G8/G9 Doppeljahrgangs waren die Zugangsmöglichkeiten aber leider beschränkt und am Ende verschlug es mich dann nach Bamberg.

Etappe 1: Bamberg

Bamberg könnte man als Liebe auf den zweiten oder dritten Blick bezeichnen denn schlussendlich war die Entscheidung für den Bachelorstudiengang „Internationale BWL“ davon getrieben, dass dieser in Bamberg noch NC-frei war und ich selbst mit einem guten Abitur von 2,0 an vielen anderen Unis nur Absagen kassierte. Alternativ hätte ich das Studium auch an der Hochschule Aalen beginnen können aber ich wollte schon als Teenager einfach raus von zuhause, weit weg, am liebsten in eine Großstadt. Das hat mit Bamberg natürlich nicht ganz so gut geklappt aber eins meiner weiteren Mottos ist:

Man weiß nie, wofür es gut ist.

Daher ging ich den Schritt, zog mit 18 Jahren zuhause aus und in eine (Übergangs-)WG ein und begann mit dem Studentenleben. Das stellte sich am Ende nicht ganz so erwachsen heraus wie man sich das zumeist vorher vorstellt. Erwachsen wird man kaum merklich wenn:

Problemchen:
Gelernte Lektion:
es mit den Mitbewohnern auf Grund mangelnder Hygiene und mangelndem Respekt vor persönlichem Eigentum ordentlich kracht Toleranz, Diplomatie, Geduld, Sinn für Ordnung und Sauberkeit
man auf Grund von Faulheit krachend durch die erste Klausur rauscht Selbstdisziplin (manchmal), effektives Zeit- und Lernmanagement (gehe in die Übung und das Tutorium, in die Vorlesung nur wenn du richtig Angst vor dem Thema hast oder völlig unfähig bist)
man sich für die nächsten Schritte (Auslandsstudium und Praktikum) entscheiden muss Sich vorab sauber zu informieren, sich gut zu organisieren
das Geld am Monatsende knapp wird Sparen und Priorisieren
man sich alleine fühlt weil man niemanden kennt Über den eigenen Schatten springen, Menschen ansprechen, sich ehrenamtlich engagieren
Ungeziffer durch die Wohnung fläucht Brechreiz unterdrücken, Gummihandschuhe bis zu den Ellbogen hochziehen

Zusammengefasst war die Zeit des Studiums aber doch sehr entspannt, man konnte Ausschlafen, sich seine Zeit frei einteilen, viel Zeit mit Freunden und Nichtstun verbringen – das alles weiß man leider erst viel zu spät zu schätzen.

Zudem konnte ich mir nie erlauben beispielsweise in den Semesterferien auf der faulen Haut zu liegen. Seit ich 17 war arbeitete ich in den Ferien und das war – wie ich finde – für die persönliche Entwicklung sehr wichtig. Denn in diesem Alter, ohne spezifische Ausbildung, arbeitet man in einfachen Jobs, ich war zum Beispiel in einer Bäckerei und einer Kantine. Und was ich dort erlebt habe, hat mich schockiert und dafür gesorgt, dass ich mir niemals so ein Verhalten erlauben werde: Viele „gebildete Akademiker“ können sich nicht in die Menschen hineinversetzen, die einfacher Arbeit nachgehen, sondern sind auch noch unfreundlich, ungeduldig und herablassend. Und das, liebe Freunde, geht garnicht. Denn man muss Menschen für ihre Arbeit respektieren und auch dankbar dafür sein denn nur wenn jeder das tut, was ihm möglich ist, erreichen wir einen friedlichen und problemlosen Tagesablauf. Also tut mir einen Gefallen und seid nett zu den Leuten, die euch morgens eure Brötchen über die Theke reichen, sagt Danke zu dem Personal, das im Büro eure Mülleimer leert und das Geschirr wegbringt. Denn diese Arbeiten mögen nach wenig aussehen aber man merkt es sofort, wenn sie niemand erfüllt und man darf nie vergessen, dass diese Tätigkeiten körperlich beispielsweise viel herausfordernder sind als den ganzen Tag auf einem Schreibtischstuhl zu sitzen. Aber ich schweife ab…

Etappe 2: Shanghai

Ein 6-monatiges Praktikum (vorzugsweise im Ausland) gehörte in meinem Studium zu den Pflichtmodulen. Ich bewarb mich bei einem großen Unternehmen aus meiner Heimatstadt, in dem ich schon den ein oder anderen Sommerferien-Job absolviert hatte und wurde dann für das Praktikum auch angenommen. Ich hatte die Wahl zwischen Minnesota, USA und Shanghai, China. Tatsächlich überlegte ich nicht lange, Asien hatte mich schon immer fasziniert und eine vergleichsweise kleine Stadt in den Staaten reizte mich nicht so sehr wie eine der einwohnerreichsten Städte der Welt. Ich dachte ehrlicherweise nicht sonderlich viel darüber nach, ich war damals erst 19 Jahre alt aber ich traute es mir zu und daher flog ich hin.

Und ich muss sagen, es war eine der besten Zeiten meines Lebens. Das Praktikum war nicht sonderlich spannend aber das Leben in Shanghai kompensierte das um das Zehnfache. Es war toll, wir waren sorgenfrei und ohne Verpflichtungen, nach der fixen Arbeitszeit waren wir frei darin alles zu tun, wonach uns der Sinn stand. Und selbst als Studenten konnten wir dort gut leben denn mit dem für deutsche Verhältnisse bescheidenen Praktikumsgehalt, konnte man in Shanghai leben wie ein König. Das war die Phase in der ich viele Abende unterwegs war, feiern ging und als Europäer in Shanghai fühlt man sich ohnehin wie ein Rockstar. Man mag es kaum glauben aber auf die gigantische Zahl der Chinesen, fällt man als Europäer dort einfach auf und wir kamen in die Clubs in die wir wollten und genossen das Leben in vollen Zügen.

Auch diese Phase hat mich sehr erwachsen gemacht denn da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich völlig auf mich alleine gestellt war. Denn sollte mir etwas passieren, würden meine Eltern das mit Sicherheit nicht unmittelbar mitbekommen. Und sich dort mit keinen bzw. sehr kleinen Chinesisch-Kenntnissen durchzuschlagen war hie und da auch eine Herausforderung aber auch witzig. Ich bin ja schon immer in einem bunten Kulturkreis aufgewachsen aber das war noch einmal eine ganz andere Facette. Und ich liebte es, denn man traf tolle, interessante Menschen, die ganz oft ein sehr einfaches Leben führen aber dafür umso freundlicher sind. Ich bin sehr glücklich und dankbar für die Zeit und auch Shanghai ist für mich ein kleines Zuhause auf der anderen Seite der Welt.

Etappe 3: Lugano

Zurück aus Shanghai musste ich natürlich erstmal in Bamberg weiterstudieren aber der Studiengang „Internationale BWL“ beinhaltete auch zwei Semester Auslandsstudium. Ich war mir relativ schnell klar darüber, dass ich erst einmal nicht nochmal soweit weg wollte und dass ich mein Italienisch verbessern wollte. Das Problem war nur: ich musste sehr viele Kurse belegen und angerechnet bekommen um am Ende nicht noch in Bamberg ein zusätzliches Semester absolvieren zu müssen. Da das in Italien wohl alles etwas chaotisch war und aus den Erfahrungsberichten hervorging, dass manche Kurse einfach nicht stattfanden oder ähnliches, war das für mich einfach keine Option. Also fand ich einen Mittelweg:

Ich entschied mich für die italienischsprachige Schweiz, für Lugano. Die Idee war ganz einfach, die strukturierte Arbeitsweise der Schweizer kombiniert mit dem Dolce Vita Italiens. Und genau das bekam ich. Zudem lernte ich, die Mentalität anderer Länder besser zu verstehen. Denn bevor ich in die Schweiz ging, hatte ich mir über deren Geschichte nicht viele Gedanken gemacht. Für mich war das eine Gruppe von Italienern, Franzosen und Deutschen, die sich unter der schweizerischen Flagge zusammengetan haben und gerne einen Sonderstatus inne haben. Aber so ist es nicht, Schweizer haben ihre eigene Mentalität und ihre eigene Kultur und wie ich finde auch sehr gesunde Einstellungen. Es ist dort so sicher und es gehört dazu, mindestens 3 Sprachen (tendenziell mehr) zu sprechen. Das macht das Zusammenleben so angenehm, denn man kann die Sprache einfach wechseln wenn jemand zum Gespräch hinzu stößt und es spiegelt eine Vielfältigkeit und Toleranz wieder, die ich so noch nie gesehen habe.

Natürlich lebt man dort in Lugano etwas in Watte gepackt, es ist sehr idyllisch (und teuer!). In dieser Zeit habe ich auch meine Begeisterung fürs Wandern entdeckt, seit ich wieder zurück bin ist das etwas eingeschlafen aber wenn ich wieder mehr Zeit habe, werden auch mal wieder die Wanderschuhe in Betrieb genommen 🙂 Dazu dann an einer anderen Stelle auch mehr.

Etappe 4: Stuttgart

Während meiner Zeiten im Ausland, plante ich auch schon die nächsten Schritte und bemühte mich um Praktika bei großen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften, bevorzugt im Raum Stuttgart.

Ich bin ein schwäbisches Mädchen und ich verstand nie, warum alle meine Mitschüler nach München gehen wollten, ich wollte nach Stuttgart weil es auch eine schöne, große Stadt ist und zudem die Landeshauptstadt meines gelobten Landes, Baden-Württemberg. Um Vorzugreifen…am Ende bin ich in München gelandet…dazu im Folgenden gleich mehr 🙂

Ich hatte nur ein 2-monatiges Praktikum in Stuttgart, die Arbeit an sich hat mich leider nicht so begeistert aber ich liebte es dort zu sein. Ich habe viele Freundinnen im Raum Stuttgart (jeweils mindestens eine aus den Etappen meines Lebens: Bamberg, Shanghai, Lugano) und der Sommer 2015 hat mir dort viel Freude gemacht. Weil die Arbeit aber wie gesagt nicht so toll war und weil mir ein Anschluss-Praktikum bei der gleichen Firma am Standort München angeboten wurde, begab ich mich also in die teuerste Stadt Deutschlands.

Etappe 5: München

Da ich relativ frisch aus Lugano kam, schockte mich das Preisniveau in München nur bedingt. Dennoch ist es heute noch so: Wenn ich in das Kleinstadtidyll Aalens zurückkehre, bin ich jedesmal hellauf begeistert wie erschwinglich Getränke und Speisen sind. Und als ich dann in München angekommen war und dort meinem Alltag nachging, verstand ich warum alle Welt in München leben will. Es ist einfach die schönste Stadt der Welt 🙂

Es hat etwas von Kleinstadt in großer Dimension, es ist auch sicher und sauber und einfach schön. Wie in allen Großstädten bringt es den Vorteil mit sich, dass kulturelle Veranstaltungen vor der Haustür stattfinden, in meinem Fall insbesondere die Wiesn. Ich trinke zwar kein Bier aber ich liebe es über die Wiesn zu schlendern und da wir nur 2min zu Fuß davon entfernt wohnen, bin ich in diesen 3 Wochen des Jahres fast täglich dort. Es geht weniger ums Feiern als vielmehr darum Leute zu beobachten und es zu genießen, jeden Tag an diesem Event teilnehmen zu können, für das andere Menschen um die halbe Welt reisen.

Und hier bin ich nun seit 2016 und bin dankbar für die tollen Menschen, die ich hier kennengelernt habe und für die tollen Momente, die ich mitnehmen konnte und ich arbeite weiter daran erzählens- und lesenswerte Erfahrungen zu machen…