Wie ich zum Yoga kam

Wie ich zum Yoga kam

3. Februar 2019 0 Von Vane

Wo fange ich am Besten an? Vielleicht so: Ich hatte das Gefühl, in meinem Leben etwas ändern zu müssen, etwas Neues und vor allem etwas Sinnvolles zu tun. Das sagen natürlich viele ohne es dann umzusetzen aber ich habe und hatte ein Ziel, dass mich einfach vorantreibt:

Ich habe vor glücklich zu sein und auch meinen Mitmenschen so viel Glück abzugeben wie es nur geht.

Was hat das mit Yoga zu tun? Naja, die Gedanken sind gereift und der Ursprung dieser Motivation liegt relativ weit zurück. Ich war in meiner Jugend nie wirklich sportlich, ich war pummelig und im Schulsport schlecht und hatte fürchterliche Angst vor Boden- oder Geräteturnen und meiner Sportlehrerin. Auch aus dem einfachen Grund, weil ich mich einfach fürchterlich blamierte. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen. Ich probiere gerne neue, ungewöhnliche Sportarten aus. Ich versuche auch bewusst Dinge auszuprobieren, die eher nicht meine Stärke sind, wie bspw. Bouldern. Ich will es trotzdem immer wieder versuchen auch um diese Furcht vor der eigenen Schwäche zu überwinden. Heute mach ich gerne, viel und vielseitig Sport, unter anderem auch viele Dinge, die früher ein Horror für mich waren (zu meinen Feldversuchen in einem anderen Beitrag dann mehr).

Und oft frage ich mich: Hätte ich in meiner Kindheit und Jugend mehr Spaß gehabt, wäre glücklicher, fitter gewesen und hätte mich in meiner Haut wohler gefühlt wenn ich einfach auf positive Art und Weise an sportliche Aktivitäten gewöhnt worden wäre? Warum hatte es so lange gedauert herauszufinden, was ich tatsächlich mochte und was mich so sehr begeisterte, dass ich es nicht nach kurzer Anfangseuphorie aufgeben würde? Eine Antwort habe ich bis heute nicht wirklich gefunden aber ich habe eine einfach Lösungsstrategie: Ich will anderen den Weg erleichtern, es soll Spaß machen, Begeisterung auslösen und auch noch den positiven Nebeneffekt haben, dem Körper wirklich etwas Gutes zu tun.

Das Problem

Ganz kurz zu mir (im Reiter „Über mich“ findet ihr eine ausführlichere Beschreibung): Ich bin Vanessa, Jahrgang 1993 (der Beste überhaupt, natürlich) und lebe zusammen mit meinem großartigen Freund und meinen zwei Katzen Simba und Luna (mehr zu den Beiden hier) in München. Ich komme ursprünglich aus dem schwäbischen Aalen (ja, wir sind sparsam und haben einen lustigen Dialekt) und warum ich mein geliebtes Baden-Württemberg für die Hauptstadt Bayerns (wahrscheinlich für immer) verlassen habe, weiß ich leider selber nicht so genau.

Wichtig ist bis hierher eigentlich nur zu wissen, dass ich erstmal wegen meines ersten Jobs nach dem Studium nach München kam. Ich bin in der steuerlichen Beratung unterwegs und ich liebte damals diesen Kick bei großen Projekte dabei zu sein, von denen man auch in der Zeitung lesen kann (wenn man die richtige Rubrik aufschlägt) und dieses Gefühl, bei den Großen mitzuspielen.

Das Ganze hat nur leider einen großen Haken und der heißt Work Pressure. Ich will nicht übertreiben, ich war nicht in einer dieser krassen Kanzleien unterwegs in denen man regelmäßig bis morgens um 2 oder auch oft am Wochenende arbeiten musste. Aber sagen wir so: Ich war jung, hoch motiviert und scheute mich nicht viel und lange zu arbeiten. Durch die Unberechenbarkeit des Jobs verdrängte die Notwendigkeit abends (oft spontan) doch länger im Büro bleiben zu müssen jede Planbarkeit von Montag bis Freitag. Man nimmt sich zwar immer vor, dass einem das nicht passiert aber irgendwann schleicht es sich ein. Wenn man dann schon mehrmals eine Stunde vorher kurzfristig einen Kinobesuch mit einer Freundin absagen musste weil ganz dringend noch ein Bericht rausmusste oder wenn man sich für einen Pilateskurs angemeldet hatte und dann gerade mal an vier von zehn Terminen dort war, gewöhnt man sich ab an den Werktagen Pläne zu machen. Und das aus dem einfachen Grund, dass es jedes Mal ein zu großes Ärgernis und den Tag über zu großer Stress ist: Schaffe ich das noch? Kommt zwei Minuten bevor ich gehen will doch noch eine E-Mail rein? Kann ich mich trauen wirklich zu gehen auch wenn ich noch mit meinem Chef sprechen sollte weil ich ihn an etwas erinnern müsste, er meine Mail aber vmtl. übersehen würde? Und so stresst man sich immer mehr und nimmt sich selbst freiwillig den Luxus von Verabredungen und festen Sportkursen denn am Ende des Tages wünscht man sich nur noch auf das bequeme Sofa.

Und wenn ich doch mal zu einer humanen Zeit das Büro verließ, wusste ich nicht was ich mit der Zeit anfangen sollte. Für eine Verabredung zu spontan und für Sport müsste ich zuerst nach Hause und meine Sachen holen, dann wird es aber wieder so spät bzw. dann schaffe ich es sowieso nicht mehr zu dem Kurs, der mit gefallen würde, usw.

Viele Dinge mögen an der Stelle nach Ausreden oder Faulheit klingen aber an einem gewissen Punkt ermüdet sowohl Körper als auch Geist und die Motivation versandet. Und da stand ich dann, mit 24 Jahren, hatte schon ziemliche Rückenprobleme durch einen dauerhaft angespannten Nacken (sowohl durch ungesundes Sitzen, Bewegungsmangel als auch durch innere Anspannung) und dachte mir nur: Das darf doch eigentlich nicht wahr sein, oder? Ich bin 24, gut in meinem Job, kerngesund und sollte mein Leben genießen denn das ist die viel zitierte „Blüte deines Lebens“. Und das brachte den Stein ins rollen…

Exkurs: That stupid little thing called LOVE

Ich muss sagen, das Schicksal hat mir natürlich ein großes Problem abgenommen: Während viele ihre Zwanziger (und auch Dreißiger oder Vierziger) damit verbringen, nach dem perfekten Partner zu suchen, hat das Schicksal mir einen tollen Mann geschickt nach dem ich verrückt bin, der mich zum Lachen bringt und der tollste und ehrlichste und verantwortungsbewussteste Mensch ist, den ich kenne. Entschuldigung, ich gerate ins Schwärmen, aber ich bin nun mal verliebt (das ist eigentlich nicht im Kern das, worüber ich hier schreiben will aber vielleicht widme ich mal ein paar Zeilen diesem wirklich wichtigen Faktor in meinem Leben) <3

Kurzum: An dieser Front hatte ich sozusagen „Ruhe“, ich war und bin glücklich und kann es mir nicht besser vorstellen. Ich denke das hat nichts mit Undankbarkeit zu tun wenn ich jetzt sage, dass es mir trotzdem nicht gut ging und ich auf das „Unglücklichsein“ zusteuerte und ich ihm und mir das nicht antun wollte. Denn zu einem glücklichen Leben gehört einfach mehr und es hängt von vielen Variablen ab. Da einem die Probleme und Baustellen schnell über den Kopf wachsen, hier eins meiner Lieblingsmottos (auch wenn es mir manchmal schwer fällt es selbst zu befolgen):

Ein Schritt nach dem anderen, ein Problem nach dem anderen.

Die Lösung

Ich hatte (eigentlich eher unbewusst) beschlossen dieses Problem anzugehen: Ich sorgte mich um meine Gesundheit, um meinen Körper. Denn (ohne zu esoterisch klingen zu wollen) das ist die Hülle, in der wir unser ganzes Leben verbringen und daher sollten wir pfleglich damit umgehen. Zumal der Körper den Geist beeinflusst und umgekehrt. Und das ist im Prinzip die Brücke zum Yoga.

Yoga Allgemein

Ich hatte in meiner Schulzeit schon einmal Yoga ausprobiert aber damals war es mir zu „lasch“, ich hatte eine etwas betagtere Lehrerin und ihr Fokus lag mehr auf Meditation und Ruhe als auf körperlicher Ertüchtigung. Dagegen ist Garnichts einzuwenden, ich war damals womöglich auch einfach zu jung um für diese Art von Yoga empfänglich zu sein bzw. auch heute bewege ich mich in einem Yogastil, der körperlich und medizinisch fundiert und weniger spirituell ist (dazu später mehr). 

Das hat sich auf meinem „Yoga-Weg“ aber erst nach und nach herauskristallisiert. Das Tolle an einer Stadt wie München ist, dass die Angebote zahlreich und unglaublich flexibel sind und ich besuchte dann Kurse bei jungen Yogalehrerinnen. Hier war das Mantra „mach dein Yoga draus“ und „erkunde was dein Körper selbst braucht“. Das war als Einstieg super und die Grundidee ist auch gut aber ich bin irgendwann zu der Erkenntnis gelangt, dass der Körper manchmal (insbesondere durch langsam antrainierte Fehlstellungen) auch gar nicht wissen kann, was gut für ihn ist und habe für mich realisiert, dass ich mit sehr viel mehr Hintergrundwissen und Verstand an diesen „Sport“ herangehen möchte. Eine kurze Anmerkung: viele sagen, Yoga sei mehr eine „Berufung“ oder „Lebenseinstellung“, mir ist es egal wie jemand das nennen möchte. Sich mit seinem Körper zu beschäftigen und sowohl dem Körper als auch dem Geist etwas Gutes tun zu wollen, reicht mir als Kernaussage.

PhysioFlowYoga®

Ich versuchte viele verschiedene Yogastile und stieß irgendwann auf „PhysioFlowYoga®“ und hier reifte dann diese Idee. Ich fand diesen Yogastil einfach toll, er wurde von einer Münchener Physiotherapeutin entwickelt und fußt auf dem Grundgedanken, das altehrwürdige Yoga mit den Erkenntnissen aus der modernen Medizin bzw. Physiotherapie zu untermauern. Das machte für mich extrem viel Sinn und neben diesem sehr guten Grundgedanken habe ich am eigenen Leib gespürt, dass es mir gut tut, anstrengend ist aber den Körper explizit dazu anregt stärker zu werden.

Ich weiß nicht so recht wo ich zuerst anfangen soll. Ich bin ein sehr quirliger, temperamentvoller und auch lauter Mensch und die wenigsten, die mich kennen, würden wohl darauf wetten, dass ich eine gute Yogini oder sogar Yogalehrerin sein könnte. Aber genau dieser Gegensatz macht es für mich so perfekt. Insbesondere mit Blick auf diesen stressigen und aufwühlenden Job hat mir das Yoga geholfen meine innere Ruhe zu finden. Und wer den Körper beruhigt, beruhigt auch den Geist und umgekehrt.

Die Idee, die Ausbildung zum PhysioFlowYoga®- Lehrer zu beginnen hatte ich über 1 Jahr bevor ich sie tatsächlich begann und ich habe in der Zeit viele Yogastunden besucht. Ich bin froh, dass ich so viel Zeit dafür hatte denn so konnte ich mich wirklich selber testen, ob der Gedanke von einer langfristigen Motivation oder nur einer kurzen Begeisterung getrieben war. Und nach dieser Zeit und jetzt wo die Ausbildung beginnt – genau daran will ich euch teilhaben lassen – habe ich die Sicherheit, dass das nicht nur ein Hirngespinst war. Ich bin super aufgeregt und habe auch Respekt davor denn die Ausbildung bedeutet auch wieder viel zu lernen denn zukünftige Schüler werden ihr Vertrauen in mich setzen und dieses möchte ich auch verdienen.

Mein Weg zum Trampolinhüpfen

Wie ich zum Jumping kam, lest ihr hier.

Warum ich das alles mit anderen teilen will

Ich bin bestimmt keine gute Schreiberin. Meine Kommasetzung ist grauenvoll (tut mir leid, Leute^^). Ich weiß es und ihr wisst es, ihr habt schon genug Text auf dieser Seite gelesen. Aber ich konnte das schon in der Schule nicht und eigentlich will ich ja nur meine Gedanken zu Papier bringen – also seht es mir bitte nach.

Auch wenn ich mit Worten nicht so toll bin so spürt man in diesen Zeilen hoffentlich trotzdem meine Begeisterung, die ich einfach gerne mit anderen teilen will. Und ich will diese tollen Sportarten einfach bekannter machen und Leute dazu ermutigen, neue Dinge auszuprobieren und aus ihrer Komfortzone heraus zu kommen. Denn aus irgendeinem Grund sind wir alle ängstlich. Wir haben Angst alleine in einem Restaurant zu sitzen oder ins Kino zu gehen denn es sähe ja so aus, als hätte man keine Freunde. Wir haben Angst im Sportkurs oder im Sprachkurs den Nebenmann anzusprechen weil man ja aufdringlich wirken könnte. Was erfahrungsgemäß übrigens nicht der Fall ist, meistens traut sich einfach keiner den ersten Schritt zu machen, wenn man mal den Mund aufgemacht hat, ergeben sich dann aber tolle Gespräche. Und wir haben Angst neue Dinge auszuprobieren weil man sich blamieren könnte weil man es eben (noch) nicht kann.

Das ist beispielweise beim Jumping nichtmal unbegründet. Ja, am Anfang sieht es lustig aus wenn man unkontrolliert auf dem Trampolin rumhoppelt weil man sich auf einem solchen Untergrund schon Jahre nicht mehr bewegt hat, Geschweige denn auf so sportliche Art und Weise. Aber ich verrate euch ein Geheimnis: Das sieht bei allen so aus! Denn egal wieviel Körperbeherrschung und Muskeln man hat, das sind Bewegungsabläufe, die man nicht kennen kann und an die man sich gewöhnen muss. Aber es wird garantiert niemals jemanden in einem Kurs geben, der ausgelacht wird denn (zumindest bei mir war das so) alle können sich daran erinnern wie es ihnen selbst so ging. Daher, mein zweites Mantra:

Lebe und sei mutig denn wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Denn am Ende ist es doch unwahrscheinlich, dass man sich wenn man alt ist selber sagt „hätte ich mich mal lieber verschlossener und vorsichtig gezeigt“. Nein, was man immer hört ist nämlich vielmehr „wäre ich mutiger gewesen“, „hätte ich das doch ausprobiert“, „hätte ich das doch früher entdeckt“…macht schlussendlich Sinn, oder?

Und mal abgesehen davon…sich mal ordentlich zu blamieren kann auch nicht schaden, das werden in der Zukunft ganz tolle Lagerfeuergeschichten.

Vielleicht noch ein letztes Wort zu meiner Motivation das hier niederzuschreiben: Es wird bestimmt auch Leute geben, die sagen „und sie denkt wirklich, dass ihre Gedanken so wichtig sind, dass sie sie mit anderen teilen muss?“. Ehrliche Antwort? Ja und Nein. Zum einen habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und ich will garnicht Anspruch darauf erheben, dass meine Erkenntnisse so genial oder wichtig sein könnten. Aber auf der anderen Seite: Wenn es jemand anderem helfen kann durch meine Erfahrungen persönlich schneller voranzukommen, warum denn nicht? Wenn dem nicht so wäre, hätte ich am Ende nur meine eigene Zeit verschwendet und das ist ein Risiko, dass ich einzugehen bereit bin. Im allergrößten Notfall drucke ich das alles aus und schreibe einfach „Tagebuch“ drüber, dann habe ich es nur für mich gemacht 😉